Bißmann: Runder Tisch zu Grazer Murkraftwerk dringend notwendig

Wien (OTS) – „Wir begrüßen, dass der Europäische Gerichtshof das Recht von Umweltorganisationen zur Beteiligung an Wasserrechtsverfahren bestätigt hat. Doch eine Beteiligung von Umweltorganisationen kann nicht verhindern, dass zahlreiche Kraftwerksprojekte mittels einer Ausnahme genehmigt werden, obwohl sie aufgrund der zahlreichen negativen Auswirkungen eigentlich nicht gebaut werden dürften. Das in Bau befindliche Murkraftwerk Graz ist eines dieser Projekte, das mit einer solchen Ausnahme gebaut wird, wobei das angeführte ‚dem Gewässerschutz übergeordnete öffentliche Interesse‘ nicht näher begründet wurde“, meint die Umwelt- und Energiesprecherin der Liste Pilz, Martha Bißmann. Tausende Bäume fielen dem Projekt schon bisher zum Opfer. Viele weitere Bäume werden noch für den ausschließlich für das Kraftwerk nötigen Zentralen Speicherkanal (ZSK) fallen. „Das Kraftwerk wird nur wenig zur Energieversorgung beitragen. Es ist ein kleines Wasserkraftwerk und wird gerade in der kalten Jahreshälfte besonders wenig Strom liefern. Zur Versorgungssicherheit wird es daher keinen nennenswerten Beitrag leisten. Wo bleibt da eine tatsächliche Interessensabwägung“, will Bißmann wissen. Man wird sich die Frage stellen müssen, ob man nicht die vorhandene Energie vernünftiger nutzen kann. Wenn etwa die ohnedies geringe Energie aus der Murstaustufe für Elektroheizungen eingesetzt wird, können damit nicht mehr als rund 1.500 Haushalte versorgt werden. „Ein konsequenter Ausbau der verfügbaren Abwärme aus Nah- und Fernwärme ist effizienter und sinnvoller als ein neues Kraftwerk an der Mur“, meint die Umweltsprecherin. Neben den Auswirkungen für die Umwelt kommen aber auch noch Kosten auf die GrazerInnen zu, über die derzeit noch gar nicht gesprochen wird: „Eine Lösung für den Grazbach ist in den veröffentlichten Kosten von 84 Mio. € ebenso wenig enthalten, wie der durch den ZSK-Bau zwingend notwendige Umbau der Kläranlage Gössendorf. Alle Investitionen zusammengenommen werden hier wohl Kosten jenseits von 200 Mio. € anfallen, die durch Steuern und Abgaben aufzubringen sein werden. Umso mehr haben die Menschen ein Recht auf Offenlegung aller Informationen“, fordert Bißmann. Die logische Schlussfolgerung für die „Liste Pilz“ heißt demnach: „Sofortiger Rodungsstopp, sofortiger Baustopp, sofortiger Orderstopp. Ein runder Tisch, in dem alle Aspekte des Doppelprojekts Kraftwerk und ZSK offen und umfassend diskutiert werden, ist unbedingt erforderlich. Die untersuchten Alternativen müssen endlich einer kritischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht und unvoreingenommen bewertet werden“, meint die Umwelt- und Energiesprecherin der Liste Pilz, Martha Bißmann.

Liste Peter Pilz im Parlament Eva Kellermann 06648818 1042 eva.kellermann@listepilz.at

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