Die ersten Stolpersteine in Graz verlegt

Adolf und Melanie Lachs lebten bis 1939 in der Volksgartenstraße 18. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das Ehepaar deportiert und 1942 bzw. 1944 im KZ ermordet. Seit gestern erinnert ein Stolperstein vor ihrem letzten Wohnsitz in Graz an das Schicksal des Ehepaars.

Zahlreiche Grazer und Grazerinnen nahmen an der heutigen Stolpersteinverlegung teil, die vom Künstler Gunter Demnig vorgenommen wurde. Besonders berührend waren die Worte von Thomas Lachs, der über das Leben und Schicksal seiner Großeltern und seine jahrelangen vergeblichen Versuche, eine Gedenktafel am Haus in der Volksgartenstraße 18 zu initiieren, erzählte.

Im Laufe des Tages wurden noch weitere 17 Stolpersteine verlegt, die an die Opfer von Vertreibungen, Ermordungen und sogenannten „Arisierungen“ durch die Nationalsozialisten erinnern. Verlegt werden Stolpersteinen beispielsweise für den Widerstandskämpfer Richard Zach, das Krankenmordopfer Klementine Narodoslavsky und für den Wehrdienstverweigerer und Zeugen Jehovas Karl Endstrasser.

Die Stolpersteine sind ein eindrucksvolles Gedenkprojekt, das tagtäglich und an vielen Plätzen in unserer Stadt an das Schicksal jener Grazer und Grazerinnen erinnert, die Opfer des NS-Regimes wurden. Ich freue mich sehr, dass es nach vielen Anläufen nun doch gelungen ist, dieses Projekt auch in Graz zu realisieren“, so die Grüne Gemeinderätin und Initiatorin des Projektes Daniela Grabe.

Quelle: Gemeinderatsklub der Grünen